Vertrag

Egal, wo Sie letztendlich Ihre Katze kaufen, Sie sollten in jedem Fall auf einen Vertrag bestehen, denn ein Vertrag enthält Pflichten und Rechte für beide Vertragsparteien zu Gunsten der Katze.

Der Vertrag sollte mindestens folgendes enthalten:

Namen und Anschrift mit Telefonnummer des Züchters

Name und Anschrift mit Telefonnummer des Käufers

Angaben zur Katze:
Name
Geburtsdatum
Rasse
Geschlecht
Farbe
kastriert oder unkastriert
Bei einer Katze mit Stammbaum sollten auch noch die folgenden Angaben enthalten sein:
Zuchtbuchnummer
Verein, der den Stammbaum ausstellt
Name und Titel des Vaters
Name und Titel der Mutter
Chipnummer und EU-Heimtierausweisnummer

Übergabedatum

Eigentumsübertragung

Kaufpreis

Angaben, welche Dokumente mit der Katze ausgehändigt werden, dazu gehören Stammbaum, Impfausweis oder EU-Heimtierausweis und ein Gesundheitsattest des behandelnden Tierarztes.

Ohne Vertrag sind Sie im Schadensfall der "Dumme".

Was gehört meiner Meinung nach darüber hinaus noch in einen Kaufvertrag?

Das Verbot die Katze an eine Zoohandlung, Tierversuchslabor, oder ähnliche Einrichtungen nach dem Kauf abzugeben.

Das beide Seiten vom Kaufvertrag zurücktreten können, für welchen Zeitraum dieses Rücktrittsrecht gilt und wie mit einer erfolgten Anzahlung umgegangen wird.

Die Regelung, wenn zwischen der Anzahlung und der Übergabe der Katze, dieser etwa zustößt. Da es sich um Lebewesen handelt, kann immer mal etwas passieren - Krankheit, Unfall - hier sollte eine Einigung bei Vertragsabschluss erfolgen, ob in diesem Ausnahmefall die Anzahlung zurückgezahlt wird oder ob der Käufer sich aus dem gleichen oder einem späteren Wurf ein anderes Kitten zu gleichen Bedingungen aussuchen kann.

Der Hinweis auf das Bundestierschutzgesetz http://bundesrecht.juris.de/tierschg/. Man kann also darauf verzichten, Krallenamputationen, etc. vertraglich zu verbieten, da es sowieso nicht gesetzlich nicht erlaubt ist. Im Grunde könnte man auch darauf verzichten, denn auch Unwissenheit schützt bekanntlich vor Strafe nicht. Aber mit dem Hinweis, kann sich hinterher auch keiner versuchen raus zu reden, nach dem Motto "oh Gott, das hab ich nicht gewußt".

Das der Käufer sich verpflichtet, die Katze regelmäßig gegen Katzenschnupfen, -seuche und Tollwut impfen zu lassen, wobei sich die zeitlichen Abstände sich nach den Angaben der Hersteller, bzw. nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission vet. richten. (Auch wenn Deutschland seit einiger Zeit als Tollwut frei gilt, sollte man nicht auf eine regelmäßige Impfung verzichten. Die Tollwut kennt keine Grenzen. Und auch bei uns Zweibeiner zeigt sich, dass Krankheiten, die als ausgestorben gehalten wurden, und die Impfungen dagegen "vernachlässigt" wurden, vermehrt wieder auftauchen.) Hier ist es vergleichbar mit dem Kauf von Artikeln, die regelmäßig gewartet werden müssen. Wird zum Beispiel ein Auto nicht in dem Wartungszeitraum zur Inspektion gebracht und treten dadurch Schäden auf, ist der Verkäufer/Hersteller ggf. aus der Garantie- und Gewährleistungpflicht raus. Wird also ein Fellchen nicht nach den Empfehlungen des Herstellers nachgeimpft und erkrankt dann, kann er keine Ansprüche an den Züchter (Hersteller) stellen.

Schlussbestimmungen, wie Schriftform/Nebenabreden, Rechtswahl, Gerichtsstand und Salvaroresche Klausel. Darunter ist folgendes zu verstehen: Schriftform => das Ergänzungen oder Änderungen schriftlich fixiert werden; Rechtswahl => das sämtliche aus dem Vertragsverhältnis resultierenden Streitigkeiten dem Recht der Bundesrepublik Deutschland unterliegen; Gerichtsstand => welches Gericht bei Streitigkeiten angesprochen wird (meistens ist der Gerichtsstand das zuständige Gericht im Wohnumfeld des Züchters); Salvatoresche Klausel => das auch bei rechtsunwirksamen Bestimmungen des Vertrages die Gültikeit der andern Bestimungen nicht berührt werden. (für den letzten Absatz danke ich Christine aus dem Catteryforum für die konstruktive Anregung)

Was kann darüber hinaus noch in einen Kaufvertrag stehen?

Der Eigentumsvorbehalt - das heißt, dass die Katze bis zur vollständigen Bezahlung das Eigentum des Züchters bleibt.

Das Vorkaufsrecht - dass heißt, wenn Sie aus welchen Gründen auch immer die Katze nicht behalten wollen oder können, kann der Käufer sich im Vertrag ein Vorkaufsrecht einräumen.

Die Weitergabe der Katze - das heißt, wenn Sie aus welchen Gründen auch immer die Katze an einen Dritten abgeben, in welchem Zeitraum Sie den Züchter vorher über Details informieren, welche Dinge (Stammbaum, Impfausweis) zusammen mit der Katze weiter gegeben werden sollen, etc..

Die Garantie/Gewährleistung ist nicht unbedingt erforderlich, da auch diese gesetzlich geregelt ist. Hier empfehle ich auch nur einen Hinweis auf das entsprechende Gesetz. Für die Garantie und Gewährleistung muss zunächst zwischen Verbrauchern und Unternehmern unterschieden werden, da hier unterschiedliche gesetzliche Regelungen greifen.

Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch §13 ist jede natürliche Person, die ein Rechtsgeschäft abschließt, das weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbstständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden kann ein Verbraucher (http://bundesrecht.juris.de/bgb/__13.html). Dagegen ist nach dem BGB §14 eine natürliche oder juristische Person oder rechtsfähige Personengeschellschaft ein Unternehmer, der bei Abschluss in Sinn einer selbstständigen beruflichen oder gewerblichen Tätigkeit handelt (http://bundesrecht.juris.de/bgb/__14.html).

Die Rechte des Käufers (Verbrauchers) verjähren wegen Mängeln der Katze zwei Jahre nach der Übergabe. Bei einem arglistig verschwiegenem Mangel, oder einer abgegebenen Beschaffenheitsgarantie, gelten ebenfalls die gesetzlichen Fristen.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass ich keine Rechtsberatung machen kann und darf. Im Fall von Garantie-/Gewährleistungsansprüchen wenden Sie sich bitte vertrauenvoll an eine Rechtsberatung Ihrer Wahl.

Was gehört nicht in einen Kaufvertrag?

In einem Kaufvertrag kann die gesetzliche Gewährleistung nicht ausgeschlossen werden.

Ungebührliche Benachteiligung des Käufers, darunter verstehe ich zum Beispiel, wenn der Züchter Sie mit dem Kaufvertrag verpflichten will, die Katze einmal eindecken zu lassen, er die Katze während der Trächtigkeit und Aufzucht der Kitten übernimmt und sie dann nach dem Absetzen der Kitten die Katze zurück erhalten.

Wichtig:

Der Stammbaum ist sozusagen die Geburtsurkunde und/oder der Ausweis der Katze. Soweit mir bekannt ist, schreiben fast alle Vereine vor, dass mit der Übergabe der Katze auch der Stammbaum ausgehändigt werden muss. Einige Züchter schreiben in den Kaufvertrag, dass der Stammbaum erst nach einer Kastrationsbescheinigung ausgehändigt wird. Lassen Sie sich in jedem Fall den Stammbaum zeigen. Im Zweifelsfall lassen Sie sich eine Kopie mit dem Vermerk "Stammbaum wird nach Kastration nachgereicht" aushändigen.

Leider kommt es immer mal wieder vor, dass ein Züchter Sie vor die Wahl stellt, ob Sie einen Stammbaum haben möchten, oder nicht. Da der Züchter dem Verein gegenüber verpflichtet ist, jeden Wurf zu melden und die Nachkommen nur mit Stammbaum abzugeben, sollte hier bei Ihnen die Alarmglocke angehen und Sie auf einen Stammbaum mit den gültigen Angaben bestehen, bzw. Sie den Verein darauf aufmerksam machen, denn er verstößt damit gegen die Zuchtbestimmungen. Dazu müssen Sie wissen, dass eine Katze in der Regel nur drei Würfe innerhalb von 24 Monaten haben darf. Wenn ein Wurf nicht beim Verein registriert wird, also ein "Schwarzwurf" ist, kann der Züchter im gleichen Zeitraum einen vierten Wurf mit der selben Katze haben. Die Zuchtbestimmungen sollen aber dem Schutz der Katze und für gesunden und widerstandsfähigem Nachwuchs sorgen.

Unbeaufsichtigter Freilauf:

Dieser Punkt poppt auch immer wieder in verschiedenen Diskussionen auf. Hier gibt es Pro und Contra Meinungen. In der Katzen Extra Ausgabe 06/2009 finden Sie dazu den sehr interessanten Artikel "Sind Stubentiger wirklich glücklich?". Ich für meinen Teil habe meine persönliche Meinung dazu, die aber nicht für alle Züchter gilt und gelten kann. Jeder Züchter muss für sich entscheiden, ob er seine Kitten an Käufern abgibt, die einen unbeaufsichtigten Freilauf befürworten und der Kitteninteressent sollte die Einstellung und Begründungen respektieren.

Hier finden Sie einen Musterkaufvertrag im PDF-Format:

Musterkaufvertrag