Gegenüberstellung der Pflichten:

Generell ist zu sagen, dass hier jeweils die Extreme aufgeführt sind. Da es von Verein zu Verein unterschiedliche Satzungen und Zuchtbestimmungen gibt, sind Abweichungen möglich. Sowohl auf der Seite der Züchter mit Vereinsanbindung, wie auch auf der Seite der Züchter ohne Vereinsanbindung gibt es mehr oder weniger verantwortungsvolle "Züchter". Eine Grenze zu ziehen ist kaum möglich.

Zuchtvoraussetzungen

Züchter mit Vereinsbindung = (ZmV), Kitten mit Stammbaum

Züchter ohne Vereinsbindung = (ZoV), Kitten ohne Stammbaum

Vereinsmitgliedschaft erforderlich nicht erforderlich
Anerkennung der Zucht- und Ausstellungsbedingungen des zuständigen Vereins Keine Auflagen, der ZoV handelt im eigenen Ermessen, dieses ist abhängig von seinem Wissen und Wollen.
Anschaffung geeigneter Zuchttiere erforderlich nicht erforderlich
Die Zuchttiere müssen dem festgelegten Rassestandard entsprechen. Der Rassestandard ist den meisten überhaupt nicht bekannt, bzw. wird nicht beachtet.
Eine starke In- und Inzestzucht ist durch die Zuchtbestimmungen verboten. Eine Rückkreuzung auf ein Elterntier ist bei den meisten Vereinen nur einmal in drei Generationen erlaubt. In den ersten drei Generationen werden mindestens 11 verschiedene Ahnen vorausgesetzt. Geschwisterverpaarungen sind grundsätzlich nicht erlaubt. Keine Kontrolle, in wie weit In- und Inzestzucht vorliegt, da keine Stammbäume vorhanden sind. Da meistens keine Stammbäume existieren, ist der Nachweis nicht möglich, wie niedrig der Inzuchtkoeffizient ist.
Die Zuchtpartner sollen sich möglichst ergänzen, damit der Nachwuchs qualitativ dem Rassestandard entspricht. Meistens werden Tiere miteinander verpaart, die nicht unbedingt einem Rassestandard entsprechen. Die "nicht so Rassetypischen" dagegen werden günstiger an "vermeintliche" Liebhaber ohne "Zuchtabsichten" abgegeben.
Es dürfen nur Tiere der gleichen Rasse miteinander verpaart werden, die weder genetische, noch krankhafte Mängel aufweisen. Jungtiere aus Rassekreuzungen, oder aus Verpaarungen mit genetischen, oder anderen Mängeln, erhalten einen Stammbaum mit entsprechendem Vermerk, dass der Zuchteinsatz nicht erlaubt oder nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt ist. Oft werden Rassekreuzungen vorgenommen, die dann als Edel Mix angeboten werden. Dabei werden die verschiedenen genetischen, krankhafte und rassespezifischen Besonderheiten nicht beachtet.
Besonderst vielversprechende Jungtiere , bzw. die "Besten" aus Sicht des ZmV, verbleiben zur Weiterzucht beim ZmV, oder werden an andere ZmV im In- und Ausland abgegeben. Auf Grund von Rufschädigung werden nur selten Tiere von den ZmV an die ZoV abgegeben. Somit ist das Potenzial bei den ZoV sehr niedrig.
Manch ein ZmV scheut keine Kosten und Mühen ein besonderst qualitativ hochwertiges Tier sogar im Ausland zu erwerben, oder dort einem entsprechenden Zuchtpartner zu zuführen. Die Anschaffungskosten werden so niedrig wie möglich gehalten. Der Deckkater darf dann auch schon mal der Kater vom Nachbarn sein.
Medizinische Versorgung und Vorsorge erforderlich

nicht erforderlich

Um seine Zuchttiere einem unabhängigen Richtergremium zur Feststellung der Zuchttauglichkeit im Sinne der Rassemerkmale vorzustellen, ist der Besuch einer Ausstellung Pflicht. Hierzu muss das Tier die Grundimmunisierung und regelmäßigen Wiederholungsimpfungen erhalten haben (Katzenschnupfen, -seuche und Tollwut), da sonst der Einlass zur Ausstellung verweigert wird. Die Impfungen liegen im Ermessen des ZoV. Da diese nicht vorgeschrieben sind, werden diese oftmals weder bei den Zuchtpartner noch bei den Jungtieren, oder nur zum Teil, auf Grund der hohen Kosten vorgenommen.
In den Zuchtbestimmungen ist festgelegt, dass die Jungtiere nicht vor Ende der 12 Lebenswoche und nur mit einer nachweislichen Grundimmunisierung von Katzenschnupfen und -Seuche (empfohlenes Impfschema: Erstimpfung ab 9 LW, Wiederholungsimpfung ab 13 LW, ggf. weitere Wiederholungsimpfung ab 17 LW) und Parasitenprophylaxe (mehrfache Entwurmung in 2, 5, 8 LW und vor der Abgabe) abgegeben werden dürfen. Mehrfach Verstöße werden mit Ausschluss aus dem Verein geahndet. Die Jungtiere werden teilweise schon ab der 6 Lebenswoche abgegeben. Eine Grundimmunisierung wurde noch nicht vorgenommen, da die Kitten meisten noch viel zu jung sind.
Im Fall von auftretenden hochinfektiösen Erkrankungen, z.Bsp. Leukose, Katzenschnupfen, Pilz, etc. ist eine Meldung an den Verein zu richten. Bis zur vollständigen nachgewiesenen Krankheitsfreiheit durch einen Tierarzt oder Veterinäramt darf dieser weder an Ausstellungen teilnehmen, noch Katzen züchten, Katzen zur Deckung annehmen oder abgeben, Katzen verkaufen oder zukaufen. Es ist schon oft vorgekommen, dass hochinfektiöse Jungkatzen abgegeben, Katzen gedeckt, und neue Katzen aufgenommen wurden.
Katzen, die körperliche Missbildungen haben, wie z. Bsp. Knickschwanz, Schielen, Taubheit, Vorbiss, Einhodigkeit, Mehrzehigkeit, etc. sind von der Zucht ausgeschlossen. Im Stammbaum wird der Vermerk aufgenommen "Zur Zucht ausgeschlossen"

Da es keine Kontrollfunktion gibt, besteht durchaus die Möglichkeit, dass mit Katzen die körperliche Missbildungen aufweisen, gezüchtet wird.

Mehrfach und grobe Verstöße werden mit Ausschluss aus dem Verein geahndet. .
Untersuchungen auf Erbkrankheiten erforderlich nicht erforderlich
Je nach Rasse existieren spezifische Erbkrankheiten. Gemäß den Zuchtbestimmungen muss der ZmV die Zuchtpartner vor der Verpaarung entsprechend untersuchen lassen, bzw. bei Fremddeckungen die Untersuchungsergebnisse vorlegen. Verpaarungen sind nur mit einwandfreien Zuchtpartnern erlaubt. Damit Erbkrankheiten ausgeschlossen werden, sind je nach Rasse und Erbkrankheit, Gentests (PKD1, GM1-und GM2-Gangliosidose, GSD IV, PK, PRA, SMA und HCM), Ultraschalluntersuchungen (PKD und HCM), Audiometrie(Hör-)test, ophtalmologische Augenuntersuchung vorgeschrieben. z.Bsp. dürfen weiße Katzen nicht mit weißen Katzen gepaart werden, da oftmals Taubheit auf beiden Ohren vorliegt. Die Untersuchungen sind im allgemeinen sehr teuer und oftmals den ZoV nicht bekannt. Dadurch werden diese Untersuchungen meist auch nicht von den ZoV vorgenommen und es werden Verpaarungen mit belasteten Tieren vorgenommen. Es gibt auch immer wieder ZoV denen eine Erbkrankheit bekannt ist, mit dem Tier aber trotzdem gezüchtet wird.
Mehrfach und grobe Verstöße werden mit Ausschluss aus dem Verein geahndet. .
Schutz der Mutterkatze erforderlich nicht erforderlich
Gem. den Zuchtbestimmungen darf eine Katze erstmals mit vollendetem 12. Lebensmonat zur Deckung zugelassen werden und nicht mehr wie maximal 3 Würfe innerhalb von 2 Jahren haben. Eine neue Deckung darf frühestens 6 Monate nach der Geburt des letzen Wurfes erfolgen. Es kommt bei ZoV häufiger vor, dass Katzen bereits mit der ersten Rolligkeit (teilweise mit 6-9 Monaten) gedeckt werden. Manche Katzen rollen erneut 8 bis 12 Wochen nach der Geburt und werden dann wieder eingedeckt. Somit hat die Katze keine Gelegenheit, die erforderliche körperliche Regeneration, die für gesunden kräftigen Nachwuchs erforderlich, ist, wieder aufzubauen.
Während der Deckung und in den folgenden drei Wochen danach darf die Katze nicht mit anderen Deckkatern zusammengelassen werden. In einigen Fällen werden die Katzen von mehreren Katern gleichzeitig gedeckt.
Zuchtkaterbesitzer sind verpflichtet, ihren der Allgemeinheit zur Verfügung stehenden Zuchtkater immer unter Kontrolle und in einwandfreiem Zustand zu halten und nur gesunde Zuchtkatzen für eine Paarung anzunehmen. Gerade bei Katern mit uneingeschränktem Freilauf und fehlender medizinischer Prophylaxe ist der einwandfreie Zustand nicht gewährleistet.
Mehrfach und grobe Verstöße werden mit Ausschluss aus dem Verein geahndet. .
Schutz des Deckkaters erforderlich nicht erforderlich
Die Mehrheit der ZmV hat mindestens einen eigenen Deckkater. Fremddeckungen werden nur in begrenztem Maß angenommen. Die Pause zwischen zwei Deckungen eines Katers sollte mindestens 7 Tage betragen. Deckkater werden häufig Katzen zur Deckung zugeführt. Manchmal ist eine Katze gedeckt worden und es wartet schon die nächste im Nebenraum.
Nur gesunde, ungezieferfreie, entwurmte und geimpfte Katzen dürfen einem Zuchtkater zur Deckung zugeführt werden. Gerade bei Katzen mit uneingeschränktem Freilauf und fehlender medizinischer Prophylaxe ist der einwandfreie Zustand nicht gewährleistet.
Mehrfach und grobe Verstöße werden mit Ausschluss aus dem Verein geahndet. .
Zucht erforderlich nicht erforderlich
Es darf nur mit Katzen gezüchtet werden, die allen Anforderungen, wie Gesundheit, Rassestandard und auch Charakter entsprechen. Oft wird mit Katzen gezüchtet, die entweder keiner Rasse zu zuordnen sind, oder auf Grund von gesundheitlichen und charakterlichen Mängeln nicht zur Zucht zugelassen worden. Diese wurden meistens als Liebhabertier erworben. Bei einer Verpaarung werden nicht nur die guten Anlagen, sondern auch die schlechten vererbt.
Nach dem aktuellen Tierschutzgesetz §§ 11, 11c Zucht und Handel, § 11b "Qualzucht" ist es verboten, Wirbeltiere zu züchten, wenn der Züchter damit rechnen muss, dass bei der Nachzucht auf Grund vererbter Merkmale Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten. Da hier keine Kontrollen existieren, ist bei einigen ZoV damit zu rechnen, dass das aktuelle Tierschutzgesetz nicht vollumfänglich beachtet wird.
Die Zuchtbestimmungen der meisten Vereine verbieten die Abgabe von Katzen an Zoohändler, Tierhandlungen, Kaufhäuser, Pelzfarmen, als Versuchstiere, als Lebendfutter oder als Jagdbeute. Auch hier gibt es keine Kontrolle, wohin die Jungtiere abgegeben werden.
Bei etlichen Vereinen ist der ZmV verpflichtet ein Zuchtbuch zu führen, in dem der Verkauf oder die Abgabe der Jungtiere dokumentiert wird (Name, Geburtsdatum, Geschlecht, Rasse, Farbe, Name und Adresse des Käufers, sowie das Abgabedatum. Dieses ist auf Verlangen dem Verein zur Einsicht vorzulegen. Für die Erstellung der Stammbäume wird bei fast allen Vereinen zumindest eine Wurfmeldung verlangt, aus der die Elterntiere, Anzahl der Wurfstärke, etc. hervorgeht. Die wenigsten ZoV führen Listen, welche Jungtiere wann und wohin abgegeben wurden. Daher ist es nicht möglich nachzuvollziehen, ob eventuell und wieweit eine Inzucht vorliegt, oder ggf. mit Tieren weitergezüchtet wurde, deren Vorfahren Missbildungen oder genetisch Mängel aufwiesen. Der Käufer muss sich nur auf die Ausführungen des ZoV verlassen.
Zuchtkatzen und Zuchtkater sollten, teilweise schon heute, eindeutig gekennzeichnet sein. Ab 01. Januar 2009 ist die eindeutige Kennzeichnung der Zuchtkatzen per Microchip in einem Verein Pflicht; ab 01.01.2011 tritt das Gesetz in Kraft, dass jede Katze, die auf einer Ausstellung vorgestellt werden soll, gechipt sein muss. Katzen die auf HCM geschallt werden, müssen ebenfalls eindeutig mit einem Chip oder einer Tätowierung gekennzeichnet sein. Keine Kennzeichnungspflicht.
Mehrfach und grobe Verstöße werden mit Ausschluss aus dem Verein geahndet. .
Ernährung der Katzen erforderlich nicht erforderlich
Die Vereine empfehlen den ZmV eine qualitativ hochwertige Nahrung den Katzen anzubieten. Hochwertiges Futter enthält fast ausschließlich tierische Proteine und wenig Kohlehydrate. Anhand des Erscheinungsbildes der Katzen und deren Ausscheidungen kann man ablesen, wie hochwertig gefüttert wird. Die Katzen erhalten bei einigen ZoV "billig" Futter aus dem Supermarkt, bei dem der Anteil der tierischen Proteine sehr gering, dafür aber der Anteil der pflanzlichen Kohlehydrate sehr hoch ist. Über das Aussehen der Katzen kann festgestellt werden, ob ausreichende Mengen verfüttert werden.
Pflege der Katzen erforderlich nicht erforderlich
Der ZmV ist verpflichtet, dass die Zuchtkatzen vor der ersten Deckung auf einer Katzenausstellung mindestens ein "Vorzüglich" = "Zuchttauglich" erhalten, dieses kann eine Katze nur erhalten, wenn es gepflegt, gesund und in sauberer Umgebung gehalten wird. Eine Kontrolle erfolgt nicht. Nur bei Anzeigen gegenüber dem Veterinäramt kommt es hin- und wieder vor, dass die katastrophalen Zustände aufgedeckt werden. Besonderst bei Massenzüchtern (=Vermehrern) wurden geraden in den letzten Jahren erbarmunswürdige, verdreckte, unterernährte Tiere, die zum Teil nicht mehr als ein verschrecktes Häufchen Elend waren, festgestellt.
Weiterhin werden vom vielen Verein in unregelmäßigen Abständen Zwingerkontrollen vorgenommen, insbesondere wenn Auffälligkeiten oder Meldungen vorliegen. Einige Vereine schreiben auch eine Wurfabnahme vor, bei der ebenfalls die Pflege und Gesundheit des gesamten Bestandes kontrolliert wird. Nur bei Anzeigen, in denen das Veterinäramt wegen Verstoß des Tierschutzgesetzes einschaltet wurde, werden solche Missstände aufgedeckt und manchmal auch beendet. Leider wird selten kontrolliert, ob die betroffenen Personen nicht doch hinterher wieder mit solchen Methoden versuchen Geld zu machen.
Mehrfach und grobe Verstöße werden mit Ausschluss aus dem Verein geahndet. .
Verhältnis Anzahl Zuchtkatzen zu vorhandenen Räumlichkeiten erforderlich nicht erforderlich
Einige Vereine begrenzen die Anzahl der Zuchtkatzen pro Halter, wenn nicht mehr gewährleistet werden kann, dass eine ausreichende Versorgung, Räumlichkeit und Gesundheit sichergestellt werden kann. Bei einigen ZoV gibt es mehr Zuchtkatzen, als es die Räumlichkeiten zulassen. Die Zuchtkatzen sind dadurch permanentem Stress ausgesetzt.
Die Käfighaltung ist grundsätzlich verboten. Eine Gehegehaltung ist erlaubt. Es muss jeder Katze freier Kontakt zu anderen Katzen und dem Menschen möglich sein. Zuchtkater dürfen nicht völlig isoliert gehalten werden. Oft kommt es bei Massentierhaltungen vor, dass die Katzen nicht artgerecht in Käfigen dahinvegetieren, da es dort nur um das Vermehren geht und nicht um das Wohl der einzelnen Katze.
Mehrfach und grobe Verstöße werden mit Ausschluss aus dem Verein geahndet. .
Informationsbedarf des Züchters nicht zwingend erforderlich nicht erforderlich
Dem ZmV wird von den Verein empfohlen, Genetikseminare und Informationsveranstaltungen zu besuchen. Die Grundlage einer qualitativ hochwertigen Zucht, bildet ein solides Wissen, um die Eigenarten, Haltung, Ernährung, Krankheiten und genetischen Veranlagungen, der von ihm gezüchteten Rasse. Es liegt am ZoV ob er sich dieses Wissen zu eigen macht oder nicht.
Viele Vereine prüfen die Stammbäume bereits auf genetische Unmöglichkeiten. Der Käufer muss sich auf die Aussagen des ZoV verlassen.
Bitte beachten Sie, dass es zwischen den Vereinen und deren Satzungen Unterschiede bestehen. Die oben genannten Pflichten eines Züchters weichen je nach Verein zum Teil von einander ab. Die Abweichungen resultieren aus den unterschiedlichen Auffassungen und inwieweit Vorschläge von Mitgliedern zur Änderung der Zuchtbestimmungen von den stimmberechtigten Mitgliedern angenommen werden.