Rassekatze - Ja oder Nein?

Was bedeutet der Begriff Rassekatze?

Unsere Katzen sind zur Unterscheidung in Rassen eingeteilt, denen bestimmte Eigenschaften im Aussehen und Charakter zugeordnet sind. Die Rassebezeichnungen gelten nicht nur in Deutschland, sondern international, dann aber auch in englisch oder in der jeweiligen Landesprache.

Wenn zum Beispiel von einem Perser die Rede ist, meint Jeder zu wissen, wie dieser in Etwa aussehen sollte. Allerdings unterliegen die Rassen im Laufe der Jahre auch dem Wandel der züchterischen Erfolge.

Hier ein Perser in red-smoke-white, geboren 1994, gestorben 2008

Die Rassemerkmale, wie Kopfform incl. Ohrenstand und -form, Augenform und -farbe, Körperbau, Felllänge, -qualität und -farbe, Schwanzlänge und -behaarung, sind international festgelegt und erlauben nur leichte, regionale Abweichungen.

Ob Sie wirklich eine Rassekatze angeboten bekommen, kann Ihnen nur der Stammbaum verraten. Daraus können Sie ersehen, wer waren die Eltern, Grosseltern, Ur-Grosseltern und Ur-Ur-Grosseltern. Sie können daraus ablesen, welcher Rasse die Ahnen angehörten, welche Farbe diese hatten und ob Inzucht- oder Inzestverpaarungen vorliegen.

Sobald Sie eine Katze ohne Stammbaum erwerben, wissen Sie nichts. Es gibt Züchter ohne Verein, die mehrere verschiedene Tiere unterschiedlicher Rassen verpaaren, ohne zu wissen, ob es vielleicht sogar Vollgeschwister sind. Es werden munter Lang- Halblang- und Kurzhaarkatzen verpaart, um dann das Endprodukt mit den festgelegten Rassen zu vergleichen und als eine solche auszugeben, ohne dass tatsächlich auch nur ein Tropfen Blut der vermeintlichen Rasse enthalten ist. In meinen Augen ist das Betrug auf ganzer Linie, sowohl an den Kitten, als auch an dem Kittenkäufer. Es ist noch nicht lange her, da wurde der Nachwuchs aus Birma, Siam, Perser, Maine Coon und Hauskatze als "Sibirische Katze" ausgegeben.

Würden Sie sich da nicht betrogen fühlen?

Solche "Buschgucker" sollten eigentlich als "AHL" (Andere Langhaar), "ASL" (Andere Semi=Halblanghaar), oder "AKH" (Andere Kurzhaar) bezeichnet werden. Aber sie einer Rasse zuzuordnen, macht die Sache ja interessanter. Wer gibt schon Geld für eine "ASL" aus, wenn er doch für den gleichen Betrag eine "Maine Coon" erhalten kann? Es gab auch schon Phantasienamen, die ich aus rechtlichen Gründen nicht nennen werde.

Es gibt genetische Erkrankungen, die bei allen Katzen vorkommen können, wie HCM (=> Hypertrophe Kardiomyopathie), oder auch (soweit bisher bekannt) nur bei bestimmten Rassen, wie PKD (=> Polyzystische Nierenerkrankung), GSD IV (=> Glykogen Speichererkrankung), PRA (=> Progressive Retina Atrophie), SMA (=> Spinale Muskelatrophie) und viele andere mehr.

Wenn Katzen verschiedener Rassen miteinander verpaart werden, ohne dass die Elterntiere jemals auf die allgemeinen und rassespezifischen Erkrankungen untersucht wurden, erwerben Sie gegebenenfalls den

SUPERGAU.

Wollen Sie das Risiko wirklich eingehen?

Wenn Sie diese Frage mit NEIN beantworten, kann ich Ihnen nur raten, erkundigen Sie sich vor dem Erwerb nach den allgemeinen und rassespezifischen Erkrankungen. Bestehen Sie darauf, dass die Elterntiere entsprechend getestet werden, oder - falls man Ihnen erzählt, die Testergebnisse liegen vor - bitten Sie um Einsicht in die Testergebnisse. Können diese nicht vorgelegt werden, verzichten Sie lieber.