Worauf Sie als Käufer achten sollten:

Diese Seiten sollen als Entscheidungshilfe dienen. Als Käufer sollten Sie bedenken, es gibt auf beiden Seiten (Züchter mit Vereinsanbindung und auch ohne Vereinsanbindung ) schwarz, grau und weiß. Nicht jeder Züchter der in einem Verein ist, hat automatisch eine weiße Weste an, genauso wenig wie jeder Züchter ohne Verein eine schwarze an hat.

Wenn alle, egal ob Züchter mit Vereinsanbindung oder ohne Vereinsanbindung, sämtliche gesundheitlichen Vorsorgeuntersuchungen, Tests, und Impfungen, etc. vornehmen und sich an die gleichen Regeln halten (Mindestalter der Zuchtkatzen, max. 3 Würfe in 2 Jahren, etc.), kann es eigentlich keine gravierenden Preisunterschiede geben.

Jeder Züchter sollte im eigenen und im Interesse der Kitten, alles dafür tun, nur gesunde und genetisch einwandfreie Kitten abzugeben. Sie als Käufer können dazu beitragen, dass der Qualitätsstandard bei allen gehalten oder verbessert wird. Wägen Sie daher gut ab, was Ihnen ein gesundes Kitten wert ist.

Achten Sie als Käufer darauf, dass alle Katzen beim Züchter einen gesunden, kräftigen Eindruck hinterlassen. "Abgemagerte", "Ungepflegt" und "Krank aussehende" Katzen müssen nicht sein, bzw. sollten Sie davon abhalten, aus Mitleid ein Kitten zu erwerben. Bedenken Sie, kaufen Sie ein Kitten aus Mitleid, machen Sie dadurch Platz für ein anderes, welches die gleichen Leiden ertragen muss und unterstützen dadurch den Verkäufer, bzw. ermutigen diesen, mit den katastrophalen Verhältnissen weiter zu züchten. Bei Billigangeboten sollten Sie damit rechnen, den gesparten Kaufpreis, und seien es nur für die erforderlichen Impfungen, durch den Besuch bei Ihrem Tierarzt wieder drauf zu zahlen.

Es gibt viele Züchter, die einen oder mehrere Deckkater beherbergen. Deckkaterhaltung kann, aber muss kein Problem darstellen. Jeder Züchter, der ein oder mehrere Deckkater beherbergt muss jedoch immer damit rechnen, dass der/die Kater ihr "Revier" markieren. Es ist ein ganz natürliches Verhalten eines Katers und der Geruch ist nicht angenehm. Der Idealzustand für jeden Züchter, den ich kenne, ist natürlich, dass dieser, wenn, dann nur in der Katzentoilette markiert. Da wird dann das Katzenstreu schnell entfernt und die Katzentoilette gereinigt, kurz gelüftet und schon ist alles wieder im grünen Bereich. Aber wie gesagt, das ist der Idealzustand. Es gibt genauso gut Kater, die nur an eine Stelle ihre Markierung absetzen, bis hin zu Katern die sprichwörtlich bei jedem Schritt ihre Duftmarke versprühen. Gerade im letzten Fall muss sich der Katerhalter entscheiden, wie er die weitere Haltung gestaltet. Was gar nicht geht, ist den Kater deshalb ständig weg zu sperren, ggf. sogar in einen Käfig, denn auch der Kater braucht Zugang zu menschlicher Zuneigung und seinen Artgenossen. Fragen Sie also ruhig nach dem "Papa" der Kitten und seinen Lebensbedingungen.

Ein guter Züchter wird Ihnen auch nicht nur das von Ihnen begehrte Kitten in einem sauberen, aufgeräumten Wohnzimmer präsentieren, sondern auch die Eltern, Geschwister und sonstige Samtpfoten zeigen. Idealerweise leben die Katzen mit den Züchtern zusammen, dass heißt für mich, man sieht, dass man sich in einem Katzenhaushalt befindet. Liegen hier und da ein paar Haare oder Spielzeuge rum, heißt das aber noch lange nicht, dass der Züchter unsauber ist. Unsauberkeit zeichnet sich für mich durch nicht gereinigte Katzentoiletten, unsaubere Fressplätze, ungepflegte und verschmutzte Tiere aus. Ein strenger Geruch kann ein Hinweis auf einen, oder mehrere potente Kater sein, aber wenn es nicht nach Kater, sondern nach Exkrementen oder/und nach vergammelten Futter riecht, sollten sie vorsichtig werden.

Ein Züchter, der nichts zu verbergen hat, wird Ihnen höchst wahrscheinlich, falls vorhanden, die speziellen Katzenräume und Gehege zeigen, respektieren Sie aber seine Privatsphäre, wie z.Bsp. Schlafzimmer, Kinderzimmer, etc.. Gehegehaltung ist im Gegensatz zur Käfighaltung erlaubt, sofern die Katzen die Möglichkeit haben, Kontakt zu anderen Samtpfoten und ausreichend menschliche Zuneigung erhalten. Bei Massenzüchtern (Vermehrern) werden sehr oft viele Katzen in kleinen, verunreinigten Käfigen oder Boxen ohne ausreichende Lichtverhältnisse gehalten, die sich vorzugsweise im Stall, im Keller oder auf dem Dachboden befinden und bei denen sich die menschliche Nähe nur auf das Füttern beschränkt.

Lassen Sie sich vom Züchter auch die Ahnentafeln und die Untersuchungsergebnisse der Elterntiere zeigen. Die meisten Vereine legen ihren Mitgliedern auf, ein Zuchtbuch zu führen, aus dem hervorgeht, wann und wie oft die Mutterkatze bereits schon Würfe hatte, fragen sie freundlich nach, ob Sie einen Blick hineinwerfen dürfen. Papier ist zwar geduldig und manch findige Züchter (auch ZmV) schummeln manchmal und geben eine andere Katze als Mutterkatze aus, wenn die maximale Anzahl von 3 Würfen innerhalb von zwei Jahren bei dieser überschritten ist, aber bei Züchtern, die wenig Würfe haben, und die Muttertiere dann auch noch alle unterschiedliche Farben, kommt das seltener vor.

Ein Kitten sollte nie unter 12 Wochen, mehrfach entwurmt und mit mindestens zweimaliger Impfung von Katzenseuche und -schnupfen, sowie einem Gesundheitsattest abgegeben werden. In der Regel werden die Kitten von der Geburt bis zur 4, manchmal auch 5 oder 6 Lebenswoche nur von der Muttermilch ernährt. Manche Kitten fangen ab der 4, manche erst ab der 6 Lebenswoche an, feste Nahrung zu sich zu nehmen. Die Sozialisierungsphase ist auch nicht vor der 10 Lebenswoche abgeschlossen, dass heißt, das Kitten lernt in dieser Zeit von der Mutterkatze, wie es sich gegenüber Artgenossen und uns Zweibeinern verhält, was es fressen darf und was nicht. Es braucht die Zuneigung und Liebe der Katzenmami und der Geschwister, um auch charakterlich ein starkes Kitten zu sein. Zu frühes trennen von der Mama birgt auch Verlustängste, die sich auf das spätere Verhalten gegenüber den neuen Dosis auswirken kann, gerade wenn es dann als Einzelkatze gehalten wird.

Immer wieder taucht auch in diversen Anzeigen das Kunstwort "Rasse-Edel-Mix" oder "Edelmix" meistens in Verbindung mit Billigangeboten auf. Aber was ist "Edel" daran, Rassen zu mixen?? Dann wird auch häufig damit geworben, dass für die Eltern ein Stammbaum vorhanden wäre. Ein ZmV verkauft entweder an andere Züchter, oder an Liebhaber. Wenn er an andere Züchter verkauft, dann immer mit der Auflage, dass keine Rassekreuzungen vorgenommen werden, denn er hat sich der Rasse und seinem Verein gegenüber verpflichtet, die von ihm gezüchtete Rasse zu erhalten und ggf. zu verbessern und selber auch keine Rassekreuzungen vorzunehmen. Bei den Katzen, die an Liebhaber verkauft wurden, ist immer im Vertrag geregelt, dass mit diesen nicht gezüchtet werden darf, entweder, weil das Tier nicht dem Rassestandard (häufigste Entscheidung) entspricht, oder weil wegen anderen Mängeln (genetisch, Missbildungen, etc.) die Katze/der Kater von der Zucht auszuschließen sind. Warum wird dann doch von den Liebhabern mit solchen Tieren gezüchtet, ggf. auch noch ohne Vereinsbindung und ohne Stammbäume für die Kitten zu bekommen, und dann auch noch verschiedene Rassen miteinander zu kreuzen? Was geht in diesen Menschen vor???

Der Grundgedanke des Züchtens spiegelt sich für mich auch deutlich in dem Auszug aus http://de.wikipedia.org/wiki/Tierzucht/ wieder:

"Unter Tierzucht versteht man die züchterische Bearbeitung von Tierrassen: Durch gezielte Selektion und Anpaarung von Tieren wird ein Zuchtfortschritt erreicht. Hierbei orientiert man sich an den jeweiligen Zuchtzielen.

Durch Auslese (Zuchtwahl) der sich vermehrenden Tiere wird für eine Verstärkung gewünschter Eigenschaften gesorgt - z. B. ..., geändertes Aussehen von ... Katzen usw..

Dies geschieht üblicherweise durch gezielte Paarung von Tieren, die eine starke Ausprägung gewünschter Eigenschaften aufweisen. Hierdurch wird allerdings der genetische Pool, das heißt, die Summe der unterschiedlichen Eigenschaften der Population kleiner (genetische Variation|genetische Varianz), wodurch die Schärfe der Selektion beschränkt wird. In vielen Zuchten sind die Folgen der geringeren genetischen Varianz auch eine Inzuchtdepression. ... . Daher ist die Auswirkung der Inzuchtdepression bei scharfer, gezielter Selektion und Zucht wesentlich vermeidbar."

Liebe Käufer (und Züchter), ich bin gegen Rassekreuzungen und Qualzüchtungen. Tenor dieser Aufstellung soll nicht sein, irgendwelche Personen anzuklagen oder zu verunglimpfen, aber ich möchte Sie dafür sensibilisieren, lieber einmal genauer hinzuschauen, bevor Sie ein Kitten erwerben. Unsere Katzen sind Lebewesen, die es verdienen, von uns umsorgt und gepflegt zu werden, ohne wenn und aber. Sicherlich kann Ihnen kein Züchter die Garantie geben, dass das von Ihnen erworbene Kitten 20 Jahre alt wird, ohne jemals zu erkranken. Aber es muss auch nicht sein, dass Sie ein bereits krankes Kitten aus Mitleid erwerben, dieses ständig zum Tierarzt und damit auch Ihr Geld hintragen, und nach kurzer Zeit den Verlust der Katze zu beklagen haben und dann alle Züchter über einen Kamm scheren.

Ein "guter" Züchter möchte nur die besten Plätze für seine liebevoll aufgezogenen Kitten finden, und wird Ihnen im Bedarfsfall auch Fragen stellen, die Sie vielleicht als unangenehm empfinden. Jemand, der nicht daran interessiert ist, wo sein Nachwuchs bleibt, wird keine Fragen stellen; er wird Ihnen zukünftig wohl auch nicht mit Rat und Tat bei Fragen und Problemen zur Seite stehen.

Wägen Sie also vor Ihrer Entscheidung für ein Kitten gut ab, wo und von wem Sie dieses erwerben. Schauen Sie sich am Besten bei mehreren Zuchtstätten gut um und vergleichen Sie diese miteinander.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie zukünftig viel und lange Spaß an und mit Ihrem neuen und gesunden Mitbewohner haben.